Der Zug ist abgefahren – Der Bahnhof wird wohl da bleiben wo er ist.

Unsere Eindrücke von der Infoveranstaltung vom 9. November 2021

Die Ergebnisse dieser Veranstaltung waren ernüchternd. Das Podium, bestehend aus einem Vertreter des saarländischen Wirtschaftsministeriums und der Bahntochter DB Services & Station, waren sich schnell einig. Wer etwas haben möchte, sucht Lösungen, wer etwas verhindern will, findet Probleme. Der Bahnhof bleibt dort wo er ist. Eine Verlegung kommt nicht Frage.
Vordergründig muss ein Gleis mit der Nummer 3 und mit langer Geschichte dafür herhalten. Dieses Gleis befindet sich Höhe Marktplatz und Brücke. Es gehörte ursprünglich zur Grube Duhamel und damit der RAG. 2012 schrieb die RAG in ihrem Masterplan fest, dass dieses Gleis zurückgebaut wird. Zu diesem Zeitpunkt hat die Gemeinde Ensdorf leider versäumt, das Gelände für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Ortsmitte aufzukaufen. Neun Jahre später ist es immer noch da und gilt gemäß §11 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes als unverzichtbar, da auf ihm voraussichtlich 600 m lange Güterzüge zusammengestellt werden. Die Verlegung des Gleises kostet durch umfangreiche Umbauarbeiten ca. 40 Mio. Euro.
Da kommt selbstverständlich die Sanierung des Bahnhofs am alten Platz billiger. Sie sieht einen behindertengerechten Umbau des heutigen Bahnhofs bis 2024 vor, der durch eine Unterführung an die Nussgartenstraße angeschlossen wird. Höhe der Straße Zum Güterbahnhof wird zusätzlich ein Park Ride Parkplatz angeschlossen. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann einige Jahre später der Zugang von der anderen Seite(Straße an der Bahn) möglich sein. 
Von Podiums wurde zugegeben, dass. niemand ernsthaft bei der DB Netzwerk anfragte, ob sie auf dieses Gleis verzichten könne, oder ob es andere Alternativen gibt. 
Hintergründig ist dies das Ergebnis einer 

kurzsichtigen saarländischen Verkehrspolitik. Weder das Wirtschaftsministerium noch die Bahn haben sich vorausschauend für eine nachhaltige Entwicklung eingesetzt um den Schienenverkehr attraktiver zu machen. Der Wunsch der Gemeinde war ihnen schon seit dem Jahr 2000 bekannt. Es wird nur auf Grundlage von Fördertöpfen reagiert, aber nicht in Mobilität denkend agiert.

einer falschen Mittelverteilung des Bundes in Zeiten des Klimawandels:  40 Mio. Euro sind für den heutigen Straßenbau kein Geld. Die Kosten pro Kilometer neue Autobahn können nach den Angaben des Bundesverkehrsministeriums zwischen 6 Millionen und 20 Millionen Euro liegen, wobei je nach Gelände auch schon mal 100 Millionen Euro fällig werden. Für klimafreundliche Mobilität aber spielt Geld eine Rolle.

Nun ist der Zug abgefahren und es verbleibt uns der Renovierung des Bahnhofs zuzustimmen oder ihn auf einem Zeitraum von 10 Jahren  so zu lassen, wie er ist.

Wir werden das anstehende Verfahren weiterhin kritisch begleiten.

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