Flutung der Bergbauschächte sofort stoppen

Am Montag ist der Raum Saarwellingen/Lebach von Erdstößen der Stärke 2,7 erschüttert worden. Nach dem Gruben-Beben demonstrierten in Saarwellingen 400 Menschen und machten die Besorgnis im Bezug auf weitere Beben deutlich. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Ensdorfer Gemeinderat fordert nun einen unbefristeten Stopp der Flutung der Bergbauschächte und ein unabhängiges Gutachten. Hierzu Thorsten Comtesse, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ensdorfer Rat:

„Die RAG muss endlich die Ängste in der Bevölkerung ernst nehmen und die Flutung der Primsmulde sofort stoppen. Es muss zunächst eine unabhängige Untersuchung eingeleitet werden, die über die Ursachen des Bebens aufklärt und Möglichkeiten aufzeigt, wie künftige Erderschütterungen unterbunden werden können. Die Landesregierung bleibt jedoch völlig untätig. Bis heute gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung zu den möglichen Konsequenzen einer Flutung. Das einzige in Auftrag gegebene Gutachten soll sich lediglich mit der Wasserqualität beschäftigen. Das Beben in dieser Woche hat jedoch gezeigt, dass die bisherigen Bemühungen der Landesregierung völlig unzureichend sind und dass sich die RAG kaum für die Sicherheit der Bevölkerung interessiert. Auch nur so ist zu erklären, wieso die jetzige Teilflutung durchgeführt wurde, ohne betroffene Bürger und Gemeinden vorher zu beteiligen. Die Konsequenzen spürt die Bevölkerung jetzt. Da die Landesregierung untätig bleibt, müssen die kommunalen Entscheidungsträger den Druck auf die Landesregierung verstärken. Wir fordern den Ensdorfer Bürgermeister Hartwin Faust, aber auch die anderen Bürgermeister beteiligter Kommunen, dazu auf, sich bei der Landesregierung für einen Stopp der Flutung einzusetzen und neue Untersuchungen einzufordern. Es kann und darf jedenfalls nicht sein, dass die Bevölkerung nach dem Ende des Bergbaus wieder neue Beben befürchten muss.“

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