Plastik ist überall

Einige unserer Picobello Aktivisten: Ingo, Jutta, Dietrich und Thomas

Auch 2019 sind wir für Ensdorf am Start, wenn hoffentlich wieder an die  27.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen der saarlandweiten Picobello Aktion des EVS einen Frühjahrsputz in ihrer Gemeinde durchführen.

In den letzten 11 Jahren mussten wir durch unsere Teilnahme bei Picobello die  Erfahrung machen, dass neben dem wild abgelagerten Sperrmüll – den kann man kostenfrei beim Ensdorfer Wertstoff-Zentrum abgeben – auch in großen Mengen Plastikabfall speziell aus Verpackungsüberresten anfällt. 

Was wir in 11 Jahren an Plastik aufsammelten, ist leider nur die Spitze eines riesigen Eisbergs.

Plastik ist überall. Nach einem Artikel in der Zeit vom 23.10.2018 gehen Wissenschaftlerinnen davon aus, dass es auf der Erde praktisch keine plastikfreien Bereiche mehr gibt. Mikroplastik entsteht beim Abrieb von Autoreifen, auf Baustellen, gelangen über Mülldeponien und Abfallentsorgung in die Umwelt. Wir spülen Microplastik mit Papier, Fasern und Partikeln aus Kleidung und Kosmetika über Abflüsse in jegliche Gewässer. 

Plastikabfall in der Natur zerfällt in Microplastik. Dieses baut sich nur langsam ab und richtet in seiner Masse große Umweltschäden an, z. B. setzt es klimaschädliche Treibhausgase frei. Über Kläranlagen, aber auch einfach nur durch Wind und Regen verteilt sich das Mikroplastik bis tief in Äcker, Wälder und Böden hinein. Letztendlich gelangt es über die Nahrungskette in unseren Körper. Und dabei setzen wir unserer Gesundheit aufs Spiel, da keiner die Langzeitwirkungen kennt.

Moderne Kläranlagen sind heute in der Regel dreistufig, da zur Abwasserreinigung nacheinander mechanische, biologische und chemische Verfahren eingesetzt werden. Eine mögliche vierte Reinigungsstufe, die Mikroschadstoffen eliminiert wird die Abwassergebühren hochtreiben. Gleichzeitig stehen heute noch keine vollständig erprobten Technologien zur Verfügung. 

Zugegeben Deutschland hat, trotz allem Ärger mit den gelben Säcken, ein grundsätzlich funktionierendes Recycling-System aber, es bleibt oft nur die thermische Verwertung dieser oft sehr schlecht brennenden Materialien,

Wir Grüne stellen uns nicht nur die Frage, wohin Plastik geht, sondern auch woher es kommt und was Regierung, Wirtschaft und jeder einzelne von uns tun kann.

An erster Stelle steht Plastikvermeidung, danach Reduzierung der Verpackungsgrößen und die Verwendung recylefähiger Materialen.

  • Zugegeben Plastikverpackungen im Supermarkt sind bequem, aber hier können wir als Verbraucher Pilotprojekte zur Reduzierung von Verpackungen unterstützen, z. B. wiederverwertbare Schalen im Einklang mit der Hygiene-Verordnung.  Auch müssen nicht immer Obst und Gemüse verpackt sein.
  • Auch auf Ebene unserer Gemeinde lässt sich viel bewirken. Neben der in Ensdorf bereits vorhandenen Aufklärungsarbeit in Kindergärten und Schulen und Sammelaktionen, kann die Gemeinde auch mit dem Einzelhandel   kooperieren und Lösungen zum verpackungsarmen Einkauf von Frischwaren unter Einhaltung der Hygienevorschriften erarbeiten. Bereits kleinere Wettbewerbe oder die Vergabe von Zertifikaten, sei es an den Einzelhandel, der Gastronomie oder an Schulen, die sich für die Vermeidung von Plastikmüll einsetzen, sind eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme. 
  • Der Gesetzgeber soll eine Kreislaufwirtschaft fördern, die diesen Namen verdient. Wiederverwendung hat Vorrang vor Müllverbrennung zu Dumpingpreisen in Kraft- und Zementwerken. Hersteller sollen Ressourcen schonender mit  Verpackungsmaterial umgehen. Auch soll die Umsetzung der Materialien auf der Verpackung stehen. Recycling freundliche Materialien müssen bevorzugt verwendet werden. Dies kann über eine Ressourcenabgabe ausgesteuert werden.

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